Wer ein Elektroauto kauft, möchte vor allem eines wissen: Was kostet das Laden wirklich? Die Antwort hängt von drei Faktoren ab — dem Strompreis, der Akkugröße und dem tatsächlich benötigten Ladestand. In diesem Artikel zeigen wir dir die genaue Formel, Beispiele mit aktuellen deutschen Strompreisen und welche Tarifoptionen dir die größten Einsparungen bringen.
Die Grundformel für Ladekosten
Die Berechnung der Ladekosten für ein Elektroauto ist einfacher, als viele denken:
Ladekosten Formel
Beispiel: 75 kWh × 80 % × 0,32 €/kWh = 19,20 €
In der Praxis lädst du selten von 0 auf 100 Prozent. Die meisten Fahrer laden von etwa 20 Prozent auf 80 Prozent, also 60 Prozent des Akkuinhalts. Ein weiterer Faktor ist der Ladewirkungsgrad von ca. 90 Prozent: Nicht die gesamte Energie aus dem Netz landet in der Batterie — ein kleiner Teil geht als Wärme verloren.
Aus dem Netz bei 90 % Wirkungsgrad: 59,9 kWh
Haushaltsstrompreis 0,32 €/kWh → 19,17 € pro Ladung
Reichweite dabei: ~380 km → 5,05 €/100 km
Ladekosten nach Akkugröße (Haushaltsstrom 0,32 €/kWh)
Hier siehst du die Ladekosten für die gängigsten E-Auto-Akkugrößen, basierend auf dem deutschen Durchschnittsstrompreis 2026 von rund 32 Cent pro kWh:
| Akkugröße | Typische Modelle | Vollladung (0→100 %) | Tagladung (20→80 %) | Kosten/100 km* |
|---|---|---|---|---|
| 40 kWh | Renault Zoe, Nissan Leaf (alt) | 12,80 € | 7,68 € | 4,57 € |
| 58 kWh | VW ID.3 (Basis), Fiat 500e | 18,56 € | 11,14 € | 4,65 € |
| 77 kWh | VW ID.4, Skoda Enyaq, Hyundai Ioniq 5 | 24,64 € | 14,78 € | 5,05 € |
| 82 kWh | Tesla Model 3 Long Range | 26,24 € | 15,74 € | 4,92 € |
| 100 kWh | Tesla Model S/X, Mercedes EQS | 32,00 € | 19,20 € | 6,40 € |
*Kosten pro 100 km bei typischem Verbrauch des jeweiligen Modells. Keine Berücksichtigung von Ladeverlust.
Vergleich mit Benzin und Diesel
Zum Verständnis des Einsparungspotenzials hier ein direkter Vergleich bei 1.500 km monatlicher Fahrleistung:
| Antrieb | Verbrauch/100 km | Kraftstoffpreis | Kosten/100 km | Monatskosten (1.500 km) |
|---|---|---|---|---|
| Elektro (zuhause) | 18 kWh | 0,32 €/kWh | 5,76 € | 86,40 € |
| Elektro (Nachttarif) | 18 kWh | 0,20 €/kWh | 3,60 € | 54,00 € |
| Elektro (PV-Eigenverbrauch) | 18 kWh | 0,09 €/kWh | 1,62 € | 24,30 € |
| Benzin (sparsam, 7 l/100 km) | 7 Liter | 1,80 €/l | 12,60 € | 189,00 € |
| Diesel (7 l/100 km) | 7 Liter | 1,70 €/l | 11,90 € | 178,50 € |
| SUV Benzin (10 l/100 km) | 10 Liter | 1,80 €/l | 18,00 € | 270,00 € |
Selbst zum Haushaltsstrompreis fährt ein E-Auto 54 Prozent günstiger als ein sparsamer Benziner. Mit Nachttarif oder Photovoltaik sinken die Kraftstoffkosten auf einen Bruchteil des Verbrenners.
Nachttarife und Wärmepumpentarife nutzen
Viele Netzbetreiber in Deutschland bieten spezielle Tarife für Kunden mit hohem nächtlichem Stromverbrauch — typischerweise für Wärmepumpen, aber auch ausdrücklich für E-Autos. Diese Tarife liegen häufig zwischen 18 und 24 Cent pro kWh — deutlich unter dem Haushaltstarif.
| Anbieter / Tarif | Preis Nachtstrom | Sperrzeiten (Netz) | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Stadtwerke München E-Tarif | ca. 22 ct/kWh | Keine | Wallbox + WP |
| ENTEGA Wärmepumpentarif | ca. 20 ct/kWh | 2×2 h täglich möglich | WP, Speicher, Wallbox |
| Tibber (dynamisch) | 10–15 ct/kWh (Nacht-Durchschnitt) | Keine festen Sperren | Smart Charging, Auto-Timer |
| Octopus Energy Go | ab 16 ct/kWh (22–06 Uhr) | Keine | Nächtliches Laden |
| Durchschnitt regulärer Tarif DE | 32 ct/kWh | — | Vergleichswert |
PV-Eigenverbrauch: Die günstigste Ladeoption
Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, kann das E-Auto zu den günstigsten Kosten überhaupt laden. Der Eigenverbrauch kostet rechnerisch nur die anteiligen Systemkosten der PV-Anlage — in der Regel zwischen 5 und 12 Cent pro kWh über die Lebensdauer gerechnet. Das ist 60 bis 85 Prozent günstiger als der Netzstromtarif.
Damit das Laden tagsüber funktioniert, brauchst du entweder:
- Eine Wallbox mit PV-Überschussladung (z. B. go-e Charger, Easee, KEBA, Heidelberg).
- Oder einen Heimspeicher, der den Solarstrom für die Abendladung zwischenspeichert.
Wallbox lädt 11 kW, in ~2,7 Stunden werden 30 kWh ins E-Auto übertragen
Eigenverbrauchskosten (Systemkosten 9 ct/kWh): 2,70 € für ~160 km Reichweite
Gleiche Strecke mit Benzin (7 l/100 km, 1,80 €/l): 20,16 €
Grundgebühr und Netzentgelte: Was die Abrechnung erhöht
Ein häufig übersehener Kostenpunkt sind die Netzentgelte und Grundgebühren. Diese sind im Haushaltsstrompreis bereits enthalten, steigen aber, wenn du einen zweiten Zähler für die Wallbox beantragst. In vielen Bundesländern kann ein separater Zählerplatz die monatliche Grundgebühr um 5–15 Euro erhöhen. Dafür profitierst du von niedrigeren Arbeitsstrompreisen bei Wärmepumpenverträgen.
Ladekosten für dein E-Auto berechnen
Gib dein Fahrzeug, die Akkugröße und deinen Strompreis ein — und erhalte sofort deine persönlichen Ladekosten pro Kilometer und pro Monat.
Zum Ladekosten-Rechner →Häufige Fragen zu den Ladekosten zuhause
Was kostet es, ein Elektroauto zuhause vollständig zu laden?
Das hängt von der Akkugröße und dem Strompreis ab. Bei einem VW ID.4 (77 kWh netto) und einem Haushaltsstrompreis von 32 Cent pro kWh kostet eine Vollladung rund 24,64 Euro. Beim günstigeren Nachttarif (20 ct/kWh) wären es nur 15,40 Euro. Mit PV-Eigenverbrauch kann der Preis auf unter 7 Euro sinken.
Wie berechne ich die Ladekosten für mein E-Auto?
Verwende diese Formel: Ladekosten = Akkugröße (kWh) × Ladeanteil (%) × Strompreis (€/kWh). Wenn du deinen VW ID.4 von 15 % auf 85 % lädst, sind das 70 % von 77 kWh = 53,9 kWh, multipliziert mit 0,32 € = 17,25 Euro (ohne Ladeverlust). Unser Rechner berücksichtigt den Wirkungsgrad automatisch.
Kann ich mit einem Nachtstrom- oder Wärmepumpentarif Geld sparen?
Ja, deutlich. Wärmepumpentarife liegen in Deutschland meist bei 18–24 Cent pro kWh, dynamische Tarife wie Tibber können nachts noch günstiger sein. Für einen Fahrer mit 1.500 km Monatsfahrleistung spart ein Nachttarif gegenüber dem Normaltarif 20–35 Euro pro Monat — rund 250–420 Euro pro Jahr.
Lohnt sich das Laden mit PV-Eigenverbrauch?
Absolut. Eigenverbrauch kostet über die Lebensdauer der Anlage gerechnet nur 5–12 Cent pro kWh, gegenüber 30–35 Cent aus dem Netz. Bei 15.000 km Jahresfahrleistung und einem Verbrauch von 18 kWh/100 km könntest du mit 100 % PV-Laden jährlich bis zu 300 Euro Kraftstoffkosten einsparen — zusätzlich zu den Benzin-Einsparungen.
Wie viel günstiger ist ein Elektroauto gegenüber einem Benziner?
Ein typischer Benziner (7 l/100 km, 1,80 €/l) kostet 12,60 Euro pro 100 km. Ein E-Auto mit 18 kWh/100 km bei 32 Cent kostet 5,76 Euro — das sind 54 Prozent weniger. Mit Nachttarif sinkt der E-Auto-Preis auf 3,60 Euro (71 % Ersparnis). Aufs Jahr gerechnet (15.000 km) sind das 1.026 bis 1.350 Euro Kraftstoffersparnis.
Was kostet eine Wallbox und die Installation?
Eine qualifizierte 11-kW-Wallbox (z. B. Heidelberg Home Eco, go-e Charger, Easee) kostet 400–800 Euro. Die Installation durch einen Elektriker schlägt mit 300–800 Euro zu Buche, je nach Entfernung zur Verteilerdose und Wand-/Kabelführung. Gesamtkosten also 700–1.600 Euro. Arbeitgeber können den Ladestrom bzw. die Wallbox-Nutzung nach § 3 Nr. 46 EStG bis Ende 2030 steuerfrei bezuschussen; einzelne Bundesländer und Kommunen bieten daneben eigene, zeitlich befristete Förderprogramme an — Stand jeweils beim zuständigen Netzbetreiber oder der Gemeinde prüfen.