Reichweite berechnen
Einfluss der Temperatur auf die Reichweite
| Temperatur | Reichweitenreduzierung | Grund |
|---|---|---|
| −15 °C | −30 bis −35% | Heizung + verringerte Batteriekapazität |
| −5 °C | −20 bis −25% | Heizung aktiv, kalte Batterie |
| +5 °C | −10 bis −15% | Heizung gelegentlich, Batterie träge |
| +20 °C | ±0% (WLTP-Basis) | Optimale Betriebstemperatur |
| +30 °C | −3 bis −5% | Klimaanlage, Akkukühlung |
⚡ Profi-Tipp: Die WLTP-Reichweite gilt unter Laborbedingungen — im Alltag reduziert sich die Reichweite bei Kälte (unter 0 °C) um 20–40% und bei hohem Tempo (Autobahn 130 km/h) um 25–35%. Für Winterreisen auf der Autobahn empfiehlt sich eine Planung mit etwa 60% der angegebenen WLTP-Reichweite, um unerwartete Ladestopps zu vermeiden.
Woher stammen die Fahrzeugdaten?
Die Akkukapazitäten und Verbrauchswerte (kWh/100km) in der Fahrzeugauswahl basieren auf den von den Herstellern veröffentlichten WLTP-Angaben (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) — dem in der EU verbindlichen Testverfahren für Normverbrauch und Normreichweite. WLTP-Werte werden unter standardisierten Laborbedingungen ermittelt und dienen primär der Vergleichbarkeit zwischen Modellen, nicht der exakten Vorhersage des Alltagsverbrauchs. Nutzen Sie bei Bedarf die Option „Benutzerdefiniert“, um eigene, aus der Praxis gemessene Verbrauchswerte einzugeben.
Wie der Rechner reale Reichweite schätzt
Ausgangspunkt ist die WLTP-Reichweite (nutzbare Akkukapazität ÷ WLTP-Verbrauch × 100). Diese wird anschließend mit vier multiplikativen Korrekturfaktoren angepasst, die Sie individuell einstellen können: Außentemperatur, Fahrgeschwindigkeit, Beladung/Klimaanlage und Topographie. Jeder Faktor bildet einen typischen Mehrverbrauch gegenüber dem WLTP-Normwert ab — die Faktoren werden multipliziert, nicht addiert, da sich die Effekte in der Praxis gegenseitig verstärken.
Unsicherheit und Grenzen der Schätzung
Diese Berechnung ist eine Näherung, keine exakte Vorhersage. Reale Reichweite hängt zusätzlich von Faktoren ab, die der Rechner nicht abbildet: individuelles Fahrverhalten, Reifentyp und -zustand, Windverhältnisse, Akkuzustand/-alter (Degradation), Nutzung von Sitz- statt Luftheizung, und die tatsächliche Streckenführung. Behandeln Sie das Ergebnis als Orientierungswert mit einer realistischen Schwankungsbreite von etwa ±10–15% und planen Sie bei sicherheitsrelevanten Fahrten (z. B. Winterreisen ohne Lademöglichkeit) mit einem Sicherheitspuffer.
Winterszenario im Detail
Kälte wirkt sich auf zwei Arten aus: Die Batteriechemie liefert bei niedrigen Temperaturen weniger nutzbare Energie, und die Kabinenheizung (bei Fahrzeugen ohne Wärmepumpe besonders spürbar) verbraucht zusätzliche Energie aus dem Antriebsakku. Vorkonditionieren (Vorheizen des Fahrzeugs am Ladekabel, bevor der Akku vom Stromnetz getrennt wird) kann diesen Effekt spürbar abmildern, da die Heizenergie dann aus dem Netz statt aus dem Akku stammt.
Häufige Fragen zur Reichweite
WLTP ist ein standardisiertes Labortestverfahren zur Vergleichbarkeit zwischen Modellen, kein Abbild individueller Fahrbedingungen. Temperatur, Geschwindigkeit und Fahrstil haben in der Praxis einen deutlich größeren Einfluss, als der Normtest erfasst.
Luftwiderstand steigt überproportional mit der Geschwindigkeit, weshalb hohes Autobahntempo (150–200+ km/h) den Verbrauch spürbar stärker erhöht als Stadt- oder Landstraßenfahrten. Die Auswahl „Fahrgeschwindigkeit“ im Rechner bildet diese Bandbreite ab.
Ja — Batterien verlieren über Jahre und Ladezyklen graduell an nutzbarer Kapazität (Degradation). Der Rechner geht von einem Akku im Neuzustand aus; bei älteren Fahrzeugen sollte die eingegebene Akkukapazität entsprechend nach unten angepasst werden.
Ja — zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand und damit den Energieverbrauch spürbar. Da Elektrofahrzeuge ohnehin empfindlicher auf zusätzlichen Widerstand reagieren als Verbrenner, lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle des vom Hersteller empfohlenen Reifendrucks — besonders vor längeren Fahrten.
Für die maximale nutzbare Reichweite auf einer Langstrecke ist ein einmaliges Laden auf 100% unproblematisch. Für den täglichen Gebrauch empfehlen die meisten Fahrzeughersteller jedoch, den Akku überwiegend im Bereich von etwa 20–80% zu halten, um die Batterie langfristig zu schonen — Details dazu finden sich in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Fahrzeugs.