Ladezeit berechnen

Über 80%: DC-Ladekurve flacht ab
Ladezeit (Std:Min)
Reale Ladeleistung
Geladene kWh
Effizienz

Ladetypen im Überblick

AC Heimladen
Haushaltssteckdose
Typ F · 2,3 kW · max. 10A
~24h (0→100%)
AC Wallbox
Wallbox 11 kW
Type 2 · dreiphasig · Standard DE
~5–8h (0→100%)
DC Schnellladen
CCS2 150 kW
Ionity / EnBW / Fastned
~25–40min (20→80%)
HPC Ultra
CCS2 350 kW
Ionity HPC (wo unterstützt)
~10–20min (20→80%)

⚡ Profi-Tipp: Die tatsächliche Ladezeit liegt fast immer über dem theoretischen Wert — Batterien begrenzen die Ladeleistung oberhalb von 80% Ladestand automatisch (Ladekurve). Für Langstreckenplanung gilt: Laden von 20–80% dauert nur etwa 60% der Zeit für 0–100%. Planen Sie Ladestopps auf 20–80% für maximale Zeiteffizienz auf langen Reisen.

AC vs. DC — der wichtigste Unterschied

Elektroautos werden mit zwei grundsätzlich verschiedenen Stromarten geladen. AC (Wechselstrom) — Haushaltssteckdose und Wallbox — wird vom Fahrzeug selbst über den eingebauten Onboard-Lader in Gleichstrom umgewandelt, bevor er im Akku landet. Dieser Onboard-Lader begrenzt die maximale AC-Ladeleistung (meist 7,4, 11 oder 22 kW), unabhängig davon, wie viel die Wallbox theoretisch liefern könnte. DC (Gleichstrom) — Schnellladesäulen mit CCS2 — liefert den Strom bereits umgewandelt direkt an den Akku und umgeht den Onboard-Lader, wodurch deutlich höhere Leistungen (50–350 kW) möglich sind.

Die „Minimum von drei“-Regel

Die tatsächliche Ladeleistung ist immer das Minimum aus drei Werten: der maximalen Ladeleistung des Fahrzeugs, der maximalen Leistung des Ladepunkts und — bei Kabelladen — der maximalen Stromtragfähigkeit des Ladekabels. Ein Fahrzeug mit 250 kW DC-Spitzenleistung lädt an einer 50-kW-Säule trotzdem nur mit maximal 50 kW; umgekehrt lädt ein Fahrzeug mit 100 kW DC-Maximum an einer 350-kW-HPC-Säule ebenfalls nur mit seinem eigenen Limit von 100 kW.

Die Ladekurve: warum 80→100% so lange dauert

Beim DC-Schnellladen liefert die Säule nicht durchgehend die maximale Leistung. Zum Schutz der Batteriezellen reduziert das Batteriemanagementsystem die Ladeleistung automatisch, sobald der Akku etwa 80% Ladestand erreicht — die sogenannte Ladekurve flacht ab. Deshalb dauert das Laden von 80% auf 100% oft ähnlich lange wie von 20% auf 80%, obwohl es weniger Energiemenge betrifft. Für Langstreckenfahrten ist es daher meist zeiteffizienter, mehrere kürzere Ladestopps im Bereich 20–80% einzuplanen, statt selten und dafür bis 100% zu laden.

Verluste und kalte Batterien

Wie beim Ladekosten-Rechner beschrieben, geht beim Laden ein Teil der Energie als Wärme verloren — der Rechner setzt dafür rund 90% Wirkungsgrad bei AC- und rund 92% bei DC-Ladung an. Bei kaltem Akku (z. B. nach längerer Standzeit im Winter) reduziert sich die maximale Ladeleistung zusätzlich, da das Batteriemanagement die Zellen vor Schäden durch zu schnelles Laden im kalten Zustand schützt — moderne Fahrzeuge mit aktivem Thermomanagement können den Akku vor einem geplanten Schnellladestopp vorkonditionieren, um diesen Effekt zu verringern.

Praxis-Interpretation: 10–80% als Referenzbereich

In Testberichten und Herstellerangaben wird die DC-Ladezeit häufig für den Bereich 10% bis 80% angegeben, da dieser Bereich die höchste und stabilste Ladeleistung abbildet und Hersteller-Vergleiche dadurch aussagekräftiger sind. Der Rechner erlaubt Ihnen, einen beliebigen Von-Bis-Bereich einzugeben, um Ihr eigenes, realistisches Ladeszenario nachzubilden.

Häufige Fragen zur Ladezeit

Warum lädt mein Auto langsamer als auf dem Datenblatt angegeben?

Herstellerangaben zeigen meist die maximale Spitzenleistung unter optimalen Bedingungen (warmer Akku, niedriger Ladestand). Kälte, ein höherer Ausgangsladestand oder eine schwächere Ladesäule reduzieren die reale Leistung gegenüber dem Datenblattwert.

Lohnt sich eine 22-kW-Wallbox gegenüber 11 kW?

Nur, wenn Ihr Fahrzeug tatsächlich mit 22 kW AC laden kann (viele Modelle sind bei 11 kW limitiert) und Sie regelmäßig sehr kurze Standzeiten haben. Für nächtliches Laden zu Hause reicht 11 kW in den meisten Fällen für eine vollständige Ladung.

Wie hängen Ladezeit und Ladekosten zusammen?

Schnelleres DC-Laden ist meist teurer pro kWh als langsames AC-Laden — den Kostenvergleich liefert der Ladekosten-Rechner.

Kann ich mein Elektroauto dauerhaft an einer normalen Haushaltssteckdose laden?

Technisch möglich, aber für den regelmäßigen Gebrauch in der Regel nicht empfehlenswert: Haushaltssteckdosen sind nicht für die stundenlange Dauerlast des Ladevorgangs ausgelegt und die Ladeleistung ist mit rund 2,3 kW sehr gering. Für regelmäßiges Laden zu Hause empfehlen Hersteller und Elektriker in der Regel eine fest installierte Wallbox.

Warum dauert das Laden im Winter länger?

Kalte Akkuzellen vertragen niedrigere Ladeströme, weshalb das Batteriemanagement die maximale Ladeleistung bei kaltem Akku vorsorglich begrenzt. Fahrzeuge mit aktiver Akku-Vorkonditionierung können den Akku bereits während der Fahrt zum Ladepunkt auf Betriebstemperatur bringen und so einen Teil dieses Effekts ausgleichen.

Annahmen & Methodik: Fahrzeug-Ladeleistungen (AC/DC) basieren auf öffentlich zugänglichen Herstellerangaben und werden redaktionell gepflegt. Die Ladekurven-Abflachung oberhalb 80% sowie die angesetzten Wirkungsgrade (~90% AC, ~92% DC) sind vereinfachte, redaktionelle Richtwerte zur Veranschaulichung des Effekts, keine fahrzeugspezifisch gemessenen Kurven. Alle Berechnungen erfolgen client-seitig in Ihrem Browser; es werden keine Eingabedaten gespeichert oder übertragen.